DIE MIGRANTIGEN

Samstag, 24. Juni 2017

(Ö 2017) R: Arman T. Riahi D: Faris E. Rahoma, Aleksandar Petrovic, Doris Schretzmayer, Josef Hader (98 min)

Welcome to Absurdistan! Benny und Marko spielen für eine TV-Doku-Soap zwei arbeitslose Kleinkriminelle in Wien mit Migrationshintergrund – bis das Blatt sich wendet und die von ihnen erfundene Realität sie einholt.

Benny (Faris Rahoma, Nacktschnecken) und Marko (Aleksandar Petrović) sind beste Freunde, und moderne Wiener, wie sie typischer kaum sein könnten: Sie sind hip, jung, urban, und machen „irgendwas mit Medien“ – Benny ist Schauspieler, Marko Werbefuzzi. Und beide haben, wie man so schön sagt, Migrationshintergrund. Benny lebt bei seiner gut betuchten Mama (Margarethe Tiesel), Marko teilt sich die Altbauwohnung mit seiner schwangeren Freundin Sophie (Daniela Zacherl).

Doch zur Zeit läuft’s nicht optimal. Benny verhaut ein Casting bei einem arroganten Regisseur (Josef Hader!), und Markos neuester Pitch ist ein Rohrkrepierer. Frustriert und voller Galgenhumor sitzen die beiden vor dem Gemeindebau, in dem Markos Papa lebt. Und als sie ausgelassen die Klischee-Ghetto-Boys spielen, wird ausgerechnet die Fernsehtussi Marlene Weizenhuber (Doris Schretzmayer) auf sie aufmerksam. Die beiden wären doch die idealen Stars für eine Doku-Soap! Und so werden aus Bürgersöhnchen Benny und dem Hipster-Vegetarier Marko die beiden Gangsta-Boys Omar und Tito. Checkst du, Oida? Die Sendung wird tatsächlich ein Bombenerfolg – und die beiden unfreiwilligen Integrationsopfer haben einen Mörderstress, das Image am Leben zu erhalten …

Ursprünglich war Die Migrantigen tatsächlich als Fernsehserie konzipiert. Daraus wurde nichts, doch die Idee war zu gut, um sie aufzugeben – so entstand, in Teamarbeit von Arman T. Riahi und den Hauptdarstellern Aleksandar Petrović und Faris Rahoma, ein hinreißendes Kino-Drehbuch. Weltpremiere feierte Die Migrantigen übrigens beim Filmfestival Max-Ophüls-Preis, wo der Film mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde.